Eine Reise nach Riga, die Perle des Baltikums

Kaum einer kannte bei meinen Erzählungen die Hauptstadt, nicht mal das Land, welches zentral im Baltikum schlummert: Lettland – ein zur EU gehörender Staat – liegt zwischen Litauen im Süden und Estland im Norden.  Zugegeben ist es heute kein bedeutender Flecken Europas, doch die an der Ostsee liegende Hauptstadt Riga reizte meine Freundin und mich durch ihre teils europäische und gleichzeitig durch Russland beeinflusste Kultur. Hier will ich von unserer Reise Anfang Oktober 2017 in eine Stadt mit ihren orthodoxen Kirchen, gewaltigen Brücken und westlichem Lifestyle berichten.

Mit dem Flugzeug von Berlin aus waren wir nur wenig später im Landeanflug auf den Flughafen von Riga. In diesen Minuten sahen wir den über 1000 km langen Fluss Daugava in die Ostsee münden.IMG_20171004_114019.jpg

Nach der Ankunft im in einem Altbau befindlichen Zimmer, welches wir über AirBnB fanden, konnten wir zwar einmal die lettische Küche in einem Lokal kosten, doch durch die Lage etwas außerhalb des Zentrums haben wir nicht viel am ersten Tag besichtigt.

So gingen wir am folgenden Tag etwa einen km zu Fuß ins Zentrum Rigas. Zum Glück waren wir auf den Regen, der fast jeden Tag herrschte, vorbereitet.IMG_20171005_131154.jpg

Auf dem Weg dorthin fiel uns eine orthodoxe Kirche auf, die wir auch betraten. Im Innenraum der Geburtskathedrale wurde von älteren Damen eine für uns fremde Zeremonie mit Weihrauch bei vielen brennenden Kerzen durchgeführt.IMG_20171004_171318.jpg

Nach kurzem Bummel durch die Gassen der Altstadt und Schlendern am Flussufer bei herbeigehofftem Sonnenschein, verschlug es uns in dieses eigentümliche Restaurant, vor dessen Eingang uns ein altertümlich gekleideter Mann grüßte. Im Keller bei lauter Kerzenschein befand sich das rustikale mittelalterliche Lokal namens Rozengrāls, wo wir deftig bedient wurden.IMG_20171005_164300.jpg

Auf den Hauptverkehrsstraßen wie hier auf der Brīvības bulvāris waren zahlreiche Oberleitungsbusse unterwegs. Auf der anderen Straßenseite thront über dem Haus die lettische Flagge, welche uns in der Stadt erstaunlich oft begegnete, öfter als die deutsche Flagge bei uns.IMG_20171004_170430.jpg

Außerhalb des Stadtkerns waren immer wieder Holzhäuser neben den dicht stehenden Mehrfamilienhäusern zu sehen.

Als fantastischer Platz für einen entspannten Nachmittag und einen grandiosen Ausblick über die rigaer Skyline stellte sich die Café-Bar ganz oben im Hotel Radisson Blu heraus. So mussten wir auch nicht mehr auf einen kostenpflichtigen Aussichtsturm einer Kirche.SAM_2831.JPG

Allein für das Betreten der großen Gotteshäuser Rigas wurde meist ein Eintritt fällig. So war es auch bei dem Rigaer Dom. Da bei dessen Antreffen allerdings der Himmel aufklarte, besuchten wir nur kostenfrei seinen Vorraum. IMG_20171006_164241.jpg

Wenn es nicht regnete, war es allerdings windig, was wir besonders am Ufer der Daugava zu spüren bekamen. Das bedeutete, man fror schnell. Somit ist es wichtig sich nicht nur regenfest, sondern auch warm zu kleiden. Die Luft war dafür sehr frisch und roch nach Salz.

Durch die sowjetische Einverleibung Lettlands leben hier heutzutage noch sehr viele Russen. Dies merkt man nicht nur an der Sprache vieler Passanten, sondern auch an der Beschilderung, Reklame und Texten in Speisekarten, welche fast immer neben der lettischen Sprache auch auf russisch verfasst sind.

Am dritten Tag unternahmen wir nach Besuch des Jugendstilviertel, mit dessen sehr eindrucksvollen Museum über die Jugendstilepoche, eine Bootsrundfahrt, die im Kanal startete und über die Daugava vorbei an Verkehrs- und Eisenbahnbrücken sowie modernen Hochhäusern führte.IMG-20171007-WA0047.jpgVerschiedene Anbieter warben mit solchen Bootsfahrten, von denen auch manche direkt an dem großen Fluss Daugava starteten. Nur für kleine Ausflugsboote geeignet ist der Kanal, der durch die langgestreckte Parkanlage Basteiberg führt. An diesem Gewässer entlang kann man schön spazieren gehen.hdrAuf Höhe des ehemaligen Schutzwalles, heute der Basteiberg, befindet sich ein detailreich gestalteter Parkabschnitt mit Bach. Von hier aus erblickt man wieder den Kanal und auf der anderen Seite den Pulverturm.SAM_2882.JPG

Von der Partnerstadt Bremen geschenkt, kommt diese Statue der Bremer Stadtmusikanten, welche man erstaunlicherweise hinter der St. Petri-Kirche vorfindet.IMG_20171006_164311.jpg

Am vierten Tag ging es für uns mit einem sehr günstigen Zug von Rigas Hauptbahnhof an den Küstenort Jūrmala. Hier an der Ostsee lassen die vielen Hotels und Restaurants an der Küstenpromenade auf ein beliebten Urlaubsort schließen. SAM_2850.JPGImmer wieder überraschend, nicht nur hier, trafen wir deutschsprachige Letten. So erfuhren wir, dass sogar in der Schule Deutsch unterrichtet wird.

Wer günstig lettische Lebensmittel und frischen Fisch möchte, sollte unbedingt zum Zentralmarkt Riga gehen. Also ließen wir uns hier am fünften und letzten Tag von reichhaltigem Angebot in mehreren Hallen erfreuen.IMG_20171008_120747.jpg

Zum Abschluss besuchten wir das Lettische Nationale Kunstmuseum in einem prunkvollen Gebäude am Rande des Esplanāde Parks. Indem man hier Gemälde von lettischen Künstlern vorfand, konnte man auch etwas über die Geschichte des Landes erfahren. Für Kunstinteressierte ist es einen Besuch definitiv wert.IMG-20171010-WA0001.jpg

Letztendlich war es für uns eine besondere Reise zur rauen Seele des Baltikums. Für Osteuropa-Liebhaber und Kulturbegeisterte, die auch nasses Wetter vertragen, ist Riga ein spannender Ort im Westen Lettlands.

 

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